
„O Legionário“ Nr. 141, 18. März.1934
Plinio Corrêa de Oliveira
Große Aufregung ist entstanden, über die Haltung der Katholiken in Spanien, die bereit sind die Republik zu unterstützen, nachdem aus der Verfassung die Gesetze, die den Grundsätzen der Kirche widersprechen, gestrichen werden. Die monarchistischen Zeitungen „La Época“ und „El Siglo Futuro“ versuchten sogar, den Texten der vom katholischen Organ „El Debate“ veröffentlichten Enzykliken andere Passagen aus denselben päpstlichen Dokumenten entgegenzustellen, die jedem Katholiken das Recht zuerkennen, sich für das politische Regime seiner Wahl zu entscheiden.
Insbesondere für die „Marianer“* von São Paulo ist die Angelegenheit von größtem Interesse, nach dem Hinweis des Erzbischof in einem Brief den er an den höchstwürdigen Direktor der Föderation der Marianischen Kongregation schrieb: „Es wird die großmütige Jugend von São Paulo daran erinnert, dass sich die Kongregationen absolut nicht um Politik kümmern. Unsere Marianer müssen sich jedoch, wie übrigens jeder gute Katholik, wann und wie es die Umstände erfordern, für die ausschließliche Verteidigung der großen und höchsten Interessen der Kirche engagieren. Getreu diesem Gedanken sollten sie nur die Orientierung annehmen, die ihnen in diesem Sinne von den Oberhäuptern der Kirche gegeben wird und niemals von den Parteichefs, welche auch immer diese sein mögen.“
Herr Leon Merklen, einer der Direktoren von „La Croix“ aus Paris, räumt mit dem spanischen Fehler auf, indem er zwischen der Anerkennung der Autorität und der Freiheit eines jeden Bürgers unterscheidet, politische Präferenzen zu haben. Tatsächlich ist die Doktrin der Kirche in dieser Hinsicht völlig klar: Obwohl das politische Regime eines Landes in seinen Ursprüngen illegal ist, müssen die Gläubigen in dem Moment, in dem dieses Regime faktisch die Macht übernommen hat, so dass es ohne eine gewaltsame Revolution nicht geändert werden kann, und in dem Moment, in dem dieses Regime das Gemeinwohl und nicht das Wohl einer Klasse anstrebt, seine legitime Autorität loyal anerkennen.
Dies hindert jeden Katholiken nicht daran, seine politische Präferenz zu vertreten und diese in seinen Schriften, Konferenzen und durch seinen Einfluss zu verteidigen. Allerdings können sie nicht auf gewalttätige, illegale und revolutionäre Mittel zurückgreifen, da sie so ihrer Pflicht, die legitime Autorität zu respektieren, nicht nachkommen würden.
Beachten wir aber sorgfältig: Dieses Recht haben Seelsorger, Aktivisten der Katholischen Aktion, die verschiedenen diesem Verein ange-schlossenen Gruppen und Zeitungen der Katholischen Aktion nicht. Diese müssen außerhalb und über den Parteien liegen. Über die Parteipolitik müssen sie die große, wahre Politik stellen: die des Gemeinwohls der Nation. Von den fast immer leidenschaftlichen und vergeblichen Diskussionen der Parteipolitiker sollten sie nicht mitreißen lassen.
Die Lehre der Heiligen Kirche, das Machtwort des Erzbischofs und die Klarstellungen von Leon Merklen können keinen Zweifel mehr an der Haltung aufkommen lassen, die wir im öffentlichen Leben einnehmen müssen: katholisches Leben, katholisches Handeln, katholische und nur katholische Lehre, ohne jegliche Ergänzung, Symbiose oder Hybridität.
Anm.: * „Marianer“ so werden die Mitglieder der Marianischen Kongregation in Brasilien genannt, auf portugiesisch “os marianos”
![]()
Aus dem Portugiesischen mit Google-Übersetzer
Die deutsche Fassung dieses Artikels ist erstmals erschienen in www.p-c-o.blogspot.com
© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.