Meine Beziehung zum Papsttum

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von Plinio Corrêa de Oliveira

 

Wie hat unser Herr Jesus Christus das Papsttum eingesetzt? In den Evangelien steht geschrieben, dass unser Herr zu Petrus sagte: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.“ Dieser Satz enthält die göttliche Verheißung, dass das Papsttum bis zum Ende der Zeiten nicht irren wird. Er enthält auch die Bestätigung der Unfehlbarkeit des Papstes als Oberhaupt der Kirche und der Unfehlbarkeit der Kirche in der Einheit mit dem Papst.
Meine Begeisterung für das Papsttum
Ich erinnere mich, dass ich als Jugendlicher, als mein Glaube von der mir bei der Taufe geschenkten, angeborenen Stufe zur bewussteren und rationaleren Stufe des Erwachsenenalters reifte, viel über diesen Punkt nachdachte, der in mir eine unglaubliche Begeisterung weckte: die Unfehlbarkeit der Kirche und insbesondere der Kirche in der Person des Papstes. Ich war etwa 14 Jahre alt und hatte bereits genug Lebenserfahrung, um die Torheiten zu erkennen, die die Welt bald heimsuchen würden.
Ich hatte eine vage, aber sehr reale Ahnung, wohin die Welt steuerte. Mir war vollkommen bewusst, dass wir auf den Abgrund zusteuerten. Ich wusste auch, dass inmitten des Verfalls der Welt die einzigen Worte der Ordnung – Frieden, Glaube, Weisheit, Moral, Anstand und Reinheit – aus einer einzigen Quelle kamen: dem Lehramt der Heiligen Katholischen Kirche.
Ich dachte: Wie schön, gut und heilig ist es doch, dass unser Herr Jesus Christus einen Mann an die Spitze der Hierarchie gesetzt hat, der mit Hilfe des Heiligen Geistes unfehlbar ist. So dass er, wenn er spricht und sich auf das Charisma der Unfehlbarkeit beruft, nicht irrt. Wir gelangen nicht zur Wahrheit, indem wir die Bischöfe der Welt versammeln, um alles zu diskutieren. Manchmal gelingt es, ausnahmsweise. Aber das letzte Wort hat immer der Papst. Er ist es, der das Schiff Petri lenkt.
Sie können sich meine Begeisterung angesichts dieser Aussicht nicht vorstellen! Ich bin von Natur aus enthusiastisch. Ich bewundere gern. Wenn ich etwas Bewundernswertes finde, sei es groß oder klein, fühle ich mich wohl. Bewunderung ist der Kern meiner Seele. Ich bin zum Bewundern geboren. Ich kann sagen, dass ich im Laufe meines langen Lebens vieles bewundert habe und es so sorgfältig ausgewählt habe, dass Enttäuschungen selten waren. Ich bewundere nicht alles. Ich bin sehr, sehr wählerisch.
Ich kann sagen, dass ich auf dieser Erde nichts so sehr bewundert habe wie die Unfehlbarkeit des Papsttums. Ich glaube, dass das Papsttum als Institution diese Bewunderung verdient. Und ich habe es mit jeder Faser meines Wesens bewundert.
Über das Papsttum hinaus bewundere ich die Muttergotttes. Wenn man von der Muttergottes spricht, versagt einem die Stimme, der Blick schweift gen Himmel. Aber es gibt etwas noch Bewundernswerteres. Die menschliche Sprache vermag nicht die Bewunderung auszudrücken, die ich für die Heilige Eucharistie empfinde, vor der ich mich ehrfürchtig verneige.
Deshalb fühlte sich meine jugendliche Seele verletzt, als mich ein Atheist wegen der angeblich unmoralischen Päpste der Renaissance tadelte. Oder als ich von unappetitlichen Episoden aus dem Leben mancher Päpste hörte. Obwohl ich die historischen Fakten nicht kannte, reagierte ich empört und stritt sie mit aller Kraft ab. Bis ich eines Tages dasselbe von einem Jesuitenpater hörte, einem sehr gebildeten und intelligenten Mann. Es war, als hätte mich jemand in die Seite gestochen. Ich dachte: Gibt die Kirche also solche Dinge über sich selbst zu? Ist sie dann keine makellose Dame? Keine Königin von großer Schönheit ohne Falten oder Makel? Ist die Kirche auch so ein schreckliches Ding? Ich war schockiert.
Nach reiflicher Überlegung entschied ich jedoch, dass dies mein Bild von der Kirche, der Quelle aller Schönheit, nicht trüben durfte. So begann ich, ihre Geschichte und ihr Lehramt sorgfältig zu studieren. Und wie es mir immer mit den Dingen der Heiligen Katholischen Kirche ergangen ist, geschah es auch diesmal. Wenn ich aus irgendeinem Grund etwas in ihrer Lehre fand, dass ich nicht verstand, verharrte ich in einer Haltung gelassener Hoffnung. Da die Kirche nicht irren kann und ich schon, dachte ich, dass das, was ich in diesem Moment nicht verstand, keineswegs ein Makel sein würde, sondern, sobald ich es verstand, ein Schatz an Weisheit sein würde, den es zu lieben gilt. So ging ich weiter, in der Gewissheit, dass die Kirche mich einmal mehr überraschen würde.
So verhielt es sich auch mit dem Papsttum.
Die Grenzen der Unfehlbarkeit
Beim Studium der Enzyklika Pastor Aeternus entdeckte ich, dass unser Herr das Charisma der Unfehlbarkeit begründet hat, wenn der Papst ex cathedra spricht, das heißt, wenn er als Nachfolger des heiligen Petrus ausdrücklich seine Absicht erklärt, eine Glaubenswahrheit zu definieren. Mit anderen Worten: Gemäß der katholischen Lehre selbst gibt es bestimmte Bedingungen für die Ausübung dieses Charismas. Wenn ein Papst diese Bedingungen erfüllt, ist er absolut unfehlbar. Der Heilige Geist bewahrt seinen Verstand vor jedem Irrtum.
Außerhalb dieser Bedingungen: Ist der Papst unfehlbar? Ist beispielsweise eine Enzyklika, in der der Papst dieses Charisma nicht erwähnt, unfehlbar? Wäre eine päpstliche Bulle oder eine Apostolische Konstitution unfehlbar? Kann der Papst sich in einem solchen Dokument irren? Wie lautet die Lehre der Kirche dazu?
Selbst in einem Dokument, das nicht unter die Unfehlbarkeitsgarantie fällt, hat der Papst in der Regel Recht. Nur aus sehr starken, stichhaltigen Gründen, die jemand, der sich eingehend mit dem Thema auseinandergesetzt hat, und mit tiefem katholischem Glauben vorbringen kann, lassen sich Zweifel an einem päpstlichen Dokument aufkommen. Normalerweise muss man davon ausgehen, dass man sich irrt und das Dokument korrekt ist.
Es gibt jedoch einen Umstand, unter dem sich ein Irrtum in einem päpstlichen Dokument leicht erkennen lässt: wenn es im Widerspruch zu den Lehren der Päpste der Vergangenheit steht – mit anderen Worten, wenn es der Tradition widerspricht. Wenn alle Päpste im Laufe der Jahrhunderte dieselbe Wahrheit gelehrt haben, kann ein Papst nicht das Gegenteil lehren. Eine lange Tradition päpstlicher Dokumente des ordentlichen Lehramtes kann keinen Irrtum lehren. Anders gesagt: Kontinuität in der Tradition begründet Unfehlbarkeit.
Man könnte einwenden: Wäre es nicht schöner gewesen, wenn unser Herr ein Papsttum eingesetzt hätte, das stets unfehlbar wäre, selbst in alltäglichen Kleinigkeiten? Es wäre viel sicherer.
Eine erste Antwort lautet: Gott hat das Papsttum nicht so geschaffen, und wir müssen lernen, die Schönheit seiner Schöpfung und ihrer Schöpfungsweise zu bewundern.
Aber es gibt noch eine andere Antwort. Der Papst ist ein Mensch. Er wurde in Erbsünde empfangen. Daher ist er, so weise er auch sein mag, dem Irrtum unterworfen. Der heilige Thomas von Aquin, der zwar nicht Papst, aber der einzige der Kirchenlehrer war und dessen Name in der Kirche unvergleichlich ist, bekräftigte, dass die Jungfrau Maria in Erbsünde empfangen wurde. Jahrhunderte später definierte die Kirche das Gegenteil. Ein Mann kann sich irren, auch wenn er ein großer Heiliger ist.
Ich glaube, es entspricht dem Plan der göttlichen Vorsehung, dass manche Päpste irren, insbesondere wenn sie nicht ex cathedra sprechen, um die Schwäche des Menschen aufzuzeigen. Nur Gott ist stark. Das Charisma der Unfehlbarkeit garantiert, dass, sobald die notwendigen Bedingungen erfüllt sind, unser Herr selbst durch seinen Stellvertreter spricht. Und Gott kann nicht irren. Außerhalb dieser Bedingungen kann aber der Mensch irren. Wenn ich das nicht verstehe, irre ich mich.
Deshalb kann ein Gläubiger, mit gebührendem Respekt, gebührender Ehrfurcht und gebührender Vorsicht, wenn er Grund zur Annahme hat, dass ein Dokument einen Fehler enthält, seine Zweifel äußern und um ein Gespräch mit der Autorität bitten. Das sollte niemanden überraschen.
Kann ein Papst in Irrlehre verfallen?
Es gibt Episoden in der Kirchengeschichte, die dies veranschaulichen. Die Apostelgeschichte berichtet beispielsweise, dass der heilige Petrus den sogenannten „Judaisten“ – also Juden, die zum katholischen Glauben konvertiert waren, aber ihre eigenen Riten und Gebräuche beibehielten – wohlgesinnt war. Der heilige Paulus vertrat die gegenteilige Meinung, da er dies als Gefahr für ihre christliche Glaubensbildung ansah. Er suchte daher das Gespräch mit dem heiligen Petrus und schrieb selbst: „Ich widerstehe ihm ins Gesicht.“ Schließlich akzeptierte der heilige Petrus seine Argumente und änderte seine Meinung. Der Heilige Geist sprach zuerst durch den heiligen Paulus und dann durch den heiligen Petrus. Durch den heiligen Paulus, als er den heiligen Petrus tadelte; durch den heiligen Petrus, als dieser seinen Irrtum eingestand.
Ein anderes Beispiel ist Papst Marcellinus im 4. Jahrhundert, der angesichts des Martyriums unter Diokletian lieber den heidnischen Göttern opferte und ihnen Weihrauch darbrachte. Ein wahrer Glaubensabfall! Wie lässt sich das erklären? Offenbar handelte es sich um eine persönliche Handlung, nicht um eine geistliche Deklaration. Bei dieser Gelegenheit verfiel er der Ketzerei und verließ den wahren Glauben. Als Papst lehrte er jedoch nicht, dass diese Götter wahr seien. Man muss sagen, dass er dies bitter bereute. Von Reue geplagt, weinte er über seine Sünde und bat die Kirche um Vergebung. Dann bekannte er öffentlich seinen Glauben und erlitt den Märtyrertod. Seine Sünde wurde im Blut abgewaschen, und die Kirche verehrt ihn heute als Heiligen. Heiliger Marcellinus, bitte für uns!
Einer der streitbarsten und feurigsten Heiligen war der heilige Hieronymus, Kirchenlehrer. Dennoch behauptet er in einem Dokument, dass der Papst seiner Zeit, Liberius, der Ketzerei verfallen sei. Wäre es Ketzerei zu sagen, dass ein Papst der Ketzerei verfallen könne, wäre er kein Kirchenlehrer.
Laut Augustinus verfiel Papst Zosimus der pelagianischen Häresie. Er verteidigte Pelagius sogar auf einer Synode. Angesichts neuer Dokumente änderte Zosimus seine Position und verurteilte die Häresie schließlich. Ähnlich verhält es sich mit Papst Vigilius, der im 6. Jahrhundert die monophysitische Häresie verteidigte. Historiker verweisen daher auf weitere Beispiele von Päpsten, die aus Schwäche oder Täuschung gelegentlich Häresien unterstützten. Keiner von ihnen gab jedoch eine Definition ex cathedra. Sie irrten als Einzelpersonen, sündigten als Einzelpersonen und wurden als Einzelpersonen vergeben. Ich hoffe, sie sind alle im Himmel, zusammen mit dem hl. Zosimus und dem hl. Marcellinus. So sehen wir, wie schön die Geschichte der Kirche in all ihrer Komplexität ist.
Es gibt ein Buch eines Bekannten von mir zum Thema des Novus Ordo Missae. Es ist ein sehr durchdachtes und gut recherchiertes Werk. Gestützt auf bedeutende Heilige, Theologen und Dokumente des Lehramtes analysiert das Buch die theologische Hypothese, dass ein Papst in Häresie verfallen kann, und untersucht deren Folgen. Es herrscht nahezu Einigkeit darüber, dass ein Papst in Häresie verfallen kann. So erklärt beispielsweise der hl. Robert Bellarmin, ein Vorkämpfer gegen den Protestantismus, eindeutig, dass ein Papst in Häresie verfallen kann. Auch andere bedeutende Theologen wie Torquemada, Cajetan, Báñez, Cano, Gratian und Suárez bestätigen dies. Nicht zu vergessen zeitgenössische Theologen wie Matteucci, Bouix, Billot, Salaverri und andere.
Andere Theologen vertreten die Ansicht, dass ein Papst zwar prinzipiell in Häresie verfallen kann, hoffen aber, dass die göttliche Barmherzigkeit dies verhindern wird. Mit anderen Worten: Sie akzeptieren die Möglichkeit theoretisch, hoffen aber, dass sie sich in der Praxis niemals verwirklichen wird.
Ohne die Debatte darüber zu führen, ob dieser oder jener Papst der Häresie verfallen sein mag, ist diese gesamte theoretische Lehre von großer Bedeutung für das Verständnis unserer Position zur Modernismuskrise.
Wie entstand die Modernismuskrise in der Kirche?
Die Modernismuskrise
Der hl. Pius X., Papst von 1903 bis 1914, veröffentlichte am 8. September 1907 die Enzyklika „Pascendi dominici gregis“. Darin prangerte er eine Strömung pantheistischer Häretiker an, die ihre Lehren heimlich innerhalb der Kirche verbreiten wollten. Diese Häretiker untergruben das katholische Dogma in seinen Grundfesten. Darüber hinaus bildeten sie eine Geheimgesellschaft, die vom Papst selbst verurteilt wurde. Es handelte sich um die Sekte der Modernisten.
Der hl. Pius X. erklärte, die Modernisten seien der schlimmste Feind, dem die Kirche je gegenübergestanden habe, da sie nicht von außen, sondern von innen angriffen, wie ein Gift, das im Blut der Kirche zirkuliere. Er reagierte äußerst entschieden und belegte viele Modernisten, darunter Priester und Bischöfe, mit sehr strengen Strafen. Einige, wie Pater Ernesto Buonaiuti, wurden „excommunicati vitandi“ genannt, was so viel bedeutet wie „zu meiden“. Diese Exkommunikation ist so schwerwiegend, dass selbst die physische Nähe des Häretikers vermieden werden musste.
Von Papst Pius X. verurteilt, tauchte die modernistische Sekte noch tiefer in den Untergrund ab und schmiedete während des Pontifikats von Benedikt XV. weiterhin im Verborgenen Pläne, um dann unter Papst Pius XI. wieder in Erscheinung zu treten und sich unter Pius XII. überall auszubreiten.
Mein erstes Buch, „Zur Verteidigung der katholischen Aktion“, dass ich 1943 verfasste, war eine Anklage gegen die modernistische Verschwörung. Die Ähnlichkeit der damaligen Irrtümer mit denen des Modernismus war so groß, dass ich das Apostolische Schreiben „Notre Charge Apostolique“ von Pius X. als Anhang veröffentlichte. Ich habe stets betont, dass der heutige Progressismus nichts anderes ist als ein wiederauflebender Modernismus, der die Kirche zu jenen Irrtümern hinreißen will, die sie damals dank der Wachsamkeit von Pius X. nicht durchsetzen konnte. Angesichts dieser Bedrohung ergriff Pius XI. einige Maßnahmen. Pius XII. führte dann drastischere Maßnahmen ein. Doch sie reichten nicht aus, um den Irrtum zu stoppen. Ist es respektlos gegenüber diesen Päpsten, zu sagen, dass die von ihnen ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichten, um den Irrtum aufzuhalten? Ganz und gar nicht. Das sind die Fakten. Daran besteht kein Zweifel. Auch sie handelten nicht unfehlbar. Tatsache ist, dass sie in der Verwaltung der Macht der Kirche – aus Gründen, für die sie bereits vor Gott Rechenschaft abgelegt haben – nicht die Entschlossenheit an den Tag legten, die die Umstände zu erfordern schienen.
Ich persönlich war der Überzeugung, dass diese Entschlossenheit notwendig gewesen wäre. Hatten sie einen triftigen Grund, es nicht zu nutzen? Vielleicht. Überlassen wir dieses Urteil Gott. Ich kann nur die Fakten darlegen. Sie zeigten eine gewisse Energie, die sich als unzureichend erwies. Und nun befinden wir uns in der schrecklichen Lage, in der wir uns heute befinden.
So durchdrang der Neomodernismus die theologischen Kreise der heutigen Welt derart, dass man die Situation der Kirche heute beobachten kann.
Dass sich die Kirche gegenwärtig in einer schweren Krise befindet, ist nicht nur mein Eindruck. Alle Päpste der Gegenwart haben davon gesprochen. Kardinal Joseph Ratzinger, Präfekt der Glaubenskongregation, beschrieb in seinem berühmten Interview mit dem Schriftsteller Vittorio Messori die Situation der Kirche nach dem Konzil mit folgenden Worten:
„Es ist unbestreitbar, dass die letzten zwanzig Jahre für die katholische Kirche ausgesprochen ungünstig waren. Die Folgen des Konzils scheinen den Erwartungen aller, angefangen bei denen von Papst Johannes XXIII. und später Paul VI., grausam zu widersprechen. (…) Die Päpste und die Konzilsväter erwarteten eine neue katholische Einheit und stießen stattdessen auf einen Dissens, der – um es mit den Worten Pauls VI. zu sagen – von Selbstkritik zur Selbstzerstörung zu führen schien. Sie erwarteten neuen Enthusiasmus, doch stattdessen verfielen sie allzu oft in Langeweile und Mutlosigkeit. Sie erwarteten einen großen Fortschritt, sahen sich aber stattdessen einem fortschreitenden Niedergang gegenüber. (…) Die nachkonziliare Bilanz ist eindeutig negativ. Es muss klar gesagt werden, dass eine wirkliche Reform der Kirche eine unmissverständliche Abkehr von den Irrwegen voraussetzt, die zu unbestreitbar negativen Folgen geführt haben.“
Schauen wir uns also an, wie diese maßgebliche Stimme klar darlegt, dass die nachkonziliare Zeit für die Kirche negativ war und sie in eine tiefe Krise ohne absehbares Ende gestürzt ist.
Diese Diagnose ist so fundiert und durch Fakten belegt, dass ihr weder Respektlosigkeit gegenüber der Kirche noch gegenüber den Päpsten, die sie in den letzten Jahrzehnten geleitet haben, vorgeworfen werden kann. Ich stimme der Meinung Kardinal Ratzingers voll und ganz zu.
Ich bin auch der Ansicht, dass bestimmte Handlungen und Lehren der konziliaren und nachkonziliaren Päpste, die nicht unter das Privileg der Unfehlbarkeit fallen, den Lehren und Beispielen einer langen Reihe vorkonziliarer Päpste von Pius XII. bis zum heiligen Petrus widersprechen. Mit anderen Worten: Wir befinden uns in einer Situation, in der wir feststellen müssen, dass bestimmte neuere Dokumente, die nicht unter das Charisma der Unfehlbarkeit fallen, nicht mit der Tradition übereinstimmen. Dies geschieht aus Pflichtgefühl gegenüber dem Papsttum und der Treue zu ihm. Dem gegenwärtigen Papst, aber allen Päpsten durch die Jahrhunderte hindurch.
Wir sind stolz auf diese Treue, die uns durch die Gnade der allerseligsten Jungfrau Maria zuteilwurde. Wir lieben diese Treue mehr als das Licht unserer Augen, mehr als unser eigenes Leben. Im Namen dieser Treue können wir, in Bezug auf bestimmte gegenwärtige Lehren, ehrfürchtig die Füße dessen küssen, der sie verkündet hat, aus Liebe zum Papsttum, aus Liebe zu dieser langen Reihe römischer Päpste: Sie stimmen nicht mit dem Lehramt der Kirche überein! Dies ist unsere kindliche Überzeugung. Es ist Sache der Autoritäten zu entscheiden, ob wir im Unrecht sind oder nicht.
Dies ist meine Position, dies ist die Position der TFP. Eine loyale und ehrwürdige Position, die heute von vielen Theologen weltweit geteilt wird.

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Aus dem Italienischen von „I miei rapporti col Papato“.

Die deutsche Fassung dieses Artikels ist erstmals erschienen in www.p-c-o.blogspot.com

© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Auszüge aus einer Konferenz für Freunde und Unterstützer der brasilianischen TFP, São Paulo, Brasilien, 26. Januar 1985. Entnommen aus der Tonaufnahme, vom Autor nicht überarbeitet. Die Untertitel sind von der Redaktion.

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